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Submission deadline: 31.05.2023

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One year after Russia escalated its prior uses of force against Ukraine into an outright war of aggression against that State we all had to learn bitter lessons.


“Fighting for peace does not mean yielding to pressure of the aggressor, it means protecting people from its cruelty.” (Oleksandra Matviichuk)


We do not know what Europe will look like in yet another year. But we understand that – being researchers and teachers – we cannot rest idle, but have to invest all our efforts to support those fighting and suffering by showing our solidarity with them and reflecting on solutions to restore justice and rule of law.


© Marta Koshulinska

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Aktualisiert: 23. Feb.


Die Zukunft Osteuropas – diesem Thema widmeten sich die ausgewählten Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler der 2022 gegründeten Cologne/Bonn Academy in Exile sowie ihre akademischen Mentorinnen und Mentoren an den Universitäten Köln und Bonn. Die interdisziplinär ausgerichtete Winterschule bot die Möglichkeit, die Forschungsprojekte der ukrainischen, russischen und belarussischen Fellows der Academy vorzustellen, aber auch mit weiteren Akteuren der akademischen Öffentlichkeit in den Dialog zu treten. Wie Prof. Dr. Johanna Hey, Prorektorin für Internationales der Universität zu Köln, und Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch, Prorektorin für Internationales der Universität Bonn, bei der Eröffnung der Winterschule betonten, ist die Frage nach der Zukunft Osteuropas zentral für die Fragen nach Demokratie, Friedenssicherung und Menschenrechten in Europa. „Wir möchten unsere Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler dazu ermutigen, ihre Forschungen an den Universitäten Köln und Bonn fortzusetzen, um so mit ihrer Expertise zur Vision einer nachhaltigen friedlichen Zukunft Osteuropas beizutragen“, so Prof. Dr. Johanna Hey in ihrer Eröffnungsrede. Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch hob hervor: „Wissenschaftliche Forschung, Austausch und Zusammenarbeit sind ein Gegenmittel gegen Fremdenfeindlichkeit und Krieg, Wissenschaft schafft Dialog und spielt eine entscheidende Rolle bei Schritten in Richtung Frieden“.




Prof. Dr. Angelika Nußberger, Direktorin der Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz, und Prof. Dr. Claus Kreß, Inhaber des Lehrstuhls für deutsches und internationales Strafrecht sowie Direktor des Instituts für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität zu Köln, beleuchteten aus juristischer Perspektive die politische Situation in der Ukraine und Russland. Die Akademiemitglieder Dr. Sergii Masol und Dr. Gleb Bogush ergänzten den juristischen Horizont mit ihren Vorträgen zu Themen der internationalen Strafgerichtsbarkeit und des Völkerstrafrechts.

Die historische Dimension der Entwicklung der deutschen und internationalen Osteuropapolitik seit 1989 wurde in den Plenarvorträgen von Prof. Dr. Martin Aust, Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte und Kultur Osteuropas am Historischen Institut der Universität Bonn, und Prof. Dr. Fabian Klose, Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Geschichte und historische Friedens- und Konfliktforschung am Historischen Institut, der Universität zu Köln, analysiert.

Die Historikerin Dr. Tatiana Khripachenko gab einen Einblick in die Verflechtungen zwischen russischen Emigranten und dem Völkerrecht in der Geschichte der Sowjetunion von 1918 bis 1939. Mit Dr. Anna Medvedovska und Dr. Kateryna Mikheienko waren zwei weitere (Kunst-) Historikerinnen vertreten, die mit ihren Beiträgen zur Zukunft der Holocaust-Studien in der Ukraine seit der Unabhängigkeit bzw. zu Entwicklungskonzepten in der Architektur der Kiewer Rus den thematischen Bogen vom Mittelalter bis zu aktuellen Forschungsdebatten in der Ukraine spannten.

Neben den juristischen und geschichtswissenschaftlichen Schwerpunkten der Winterschule trugen soziologische, kulturwissenschaftliche und sprachwissenschaftliche Perspektiven zu angeregten Debatten unter den Teilnehmenden der Winterschule bei: Dr. Darya Vystavkina diskutierte das Thema der Polarisierung der ukrainischen Zivilbevölkerung unter dem Einfluss der russischen Aggression; und auch der Vortrag der Kulturwissenschaftlerin Dr. Iryna Petrova über kulturelle Praktiken während des Krieges fand breiten Anklang unter den Akademiemitgliedern sowie im Publikum. Der Politikwissenschaftler Dr. Sergei Akopov stellte in seinem Vortrag die vom russischen Staat praktizierte und von ihm so bezeichnete „Politik der Vereinsamung“ in Verbindung mit den Themen Männlichkeit und Einsamkeit vor. Soziolinguistischen Analysen der belarussischen Sprache als Instrument des Widerstands gegen den russischen Imperialismus war der Beitrag einer Gastwissenschaftlerin aus Belarus gewidmet. Mit dem Vortrag von Dr. Halyna Matviienko über die grüne Wirtschaft als zentraler Faktor für eine nachhaltige Entwicklung in der Ukraine kamen auch sozioökonomische Aspekte während der Winterschule zur Sprache.

Wie Kriege enden und welche Visionen für die Zeit nach dem Ende des russischen Angriffskrieges möglich sind sowie Aspekte der Befreiung und Abhängigkeit in der russischen Geschichte, diskutierten Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder, Honorarprofessor am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie sowie Senior fellow am CASSIS und BICC der Universität Bonn, sowie Prof. Dr. Christoph Witzenrath, Cluster Professor am Bonn Center for Dependency and Slavery Studies.

Ergänzt wurde das Programm durch zwei externe Referenten, Prof. Dr. Adam Bodnar, Professor an der SWPS University of Social Sciences and Humanities (Warschau) sowie Gastwissenschaftler an der Universität zu Köln, und Dr. Grazyna Baranowska, Marie Skłodowska-Curie Postdoctoral Fellow an der Hertie School (Berlin) sowie Assistant Professor an der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Sie stellten ihre Expertise zu Themen wie der Zukunft des Europarates und den internationalen rechtlichen Verpflichtungen in Bezug auf vermisste Personen vor.

Abgerundet wurden die wissenschaftlichen Vorträge und Diskussionen zudem durch ein kulturelles Begleitprogramm, in dessen Rahmen die Akademiemitglieder u.a. den Kölner Dom sowie das Haus der Geschichte in Bonn besichtigten.

Die abschließende Diskussion über die Zukunft Gesamteuropas beinhaltete neben persönlichen Statements der Beteiligten auch Visionen und Gedanken über eine möglichst friedliche Zukunft Europas und den Beitrag, den die deutsche Politik dazu leisten kann.

Im Anschluss an die Verabschiedung der Teilnehmenden der Winterschule durch den Rektor der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch, und die Prorektorin für Internationales, Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch, hatten die Forschenden aus der Ukraine, Russland und Belarus die Gelegenheit, sich während eines festlichen Stehempfangs näher mit ihren Mentorinnen und Mentoren sowie Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Köln und Bonn über die vergangenen vier Tage sowie künftige Forschungsprojekte und Kooperationen auszutauschen. Gefördert wurde die Winterschule durch die Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung.



Die viertägige Winterschule ermöglichte es den Akademiemitgliedern und ihren Mentorinnen und Mentoren, sich in einer ruhigen und kollegialen Arbeitsatmosphäre auf wissenschaftlich hohem Niveau über die jeweiligen Forschungsvorhaben auszutauschen, sich gegenseitig persönlich kennenzulernen und untereinander zu vernetzen. Das hierdurch entstandene kollegiale harmonische Miteinander bildet die Basis für die zukünftige Arbeit der Cologne/Bonn Academy in Exile und dürfte Grund für einen vorsichtig optimistischen Blick in eine gemeinsame Zukunft Gesamteuropas sein.

Fotos: © Volker Lannert/Universität Bonn und Fabius Wittmer/Universität Köln



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